"We are the children of a technological age. We have found streamlined ways of doing much of our routine work. Printing is no longer the only way of reproducing books. Reading them, however, has not changed."
Lawrence Clark Powell
Das ist ein Beitrag mit den Begleitlinks und Informationen zum Digitalks Digitools Workshop "Facebook for Business" am 27. und 28. 4. 2010
Disclaimer: Nein, ich bin kein Apple-Fan-Girl. Aber ich bin zertifizierte Apple Support-Professional-Lise, langjährige Apple-Nutzerin (aktuell iMac, MacBook Air und iPhone), und arbeite als Digital Coach. Das iPad ist nichts für mich (man kann nicht damit arbeiten), aber ich kann mir schon vorstellen, dass es als Surf-Werkzeug für Verwandte und Bekannte interessant ist. Bei aller "Magie" sollte man aber eines nicht vergessen: das Ding ist ein Computer und Computer haben ihre Macken. Ich hab mal zusammengeschrieben auf was man als verantwortungsbewussteR AngehörigeR meiner Meinung nach achten muss, wenn Nicht-Nerdige Mamas, Omas oder Onkels ein iPad nutzen wollen.
Auch "magische" Technologien haben so ihre Tücken. Die Chancen stehen hoch, dass das iPad der ersten Generation einige Schwächen des iPhones teilt. Hier ein paar Vorkommnisse aus meiner Arbeitspraxis auf die man achten sollte wenn man seinen Offliner-Verwandten ein iPad einrichtet (speziell wenn es "der einzige Computer" sein soll). Da ich selbst noch kein iPad habe kann ich nur meine iPhone-Erfahrungen extrapolieren. Ergänzungen und Kommentare sind herzlich willkommen.
Das iPad als einziger Computer ist ein potentielles Daten-Massengrab. An sich braucht man einen Computer um ein iPhone oder iPad zu aktivieren, allerdings muss das ja nicht der eigene sein, man kann das auch wen anderen erledigen lassen. Als warnendes Beispiel, was dabei passieren kann: einer meiner Kunden hat (als er noch nicht mein Kunde war :)) beim iPhone-Kauf den Verkäufer im Handy-Laden "gezwungen" das Gerät vor Ort zu aktiveren. Sein Grund: er wollte sein Windows-Laptop nicht mit Apple-Software "kontaminieren" (ja, solche Leute gibt's). Needless to say: das iPhone wurde nicht gebackupt und es wurden auch keine Software-Updates eingespielt. Wozu auch? Das Ding funktioniert ja! Halbes Jahr später: iPhone kaputt, E-Mails weg, Kalender weg, Adressen weg, Fotos weg, (und wie er dachte auch) Apps weg. Er kam in einer ziemlichen "Scheiss Apple"-Stimmung zu mir und ich konnte ihm auch nur teilweise helfen: Die Apps konnten wir größtenteils rekonstruieren (Apple schickt auch für Gratis-Apps eine Rechnung per E-Mail, von einigen Apps wusste er, dass er sie nutzte), die Mails waren zum Teil noch auf seinem Pop-Account, Notizen, Bilder und Adressen waren aber gone-for-good.
Was kann man also tun, damit das den eigenen Verwandten nicht passiert?
Eigentlich ist es ja weder weltbewegend noch besonders aufregend (für Euch :)), aber ich habe am Samstag mein erstes "Lernvideo" veröffentlicht. Es ist ein zweiteiliger Screencast zum Thema "Twitter für EinsteigerInnen", dass ich für Digitalks gemacht habe. Meral hat sie auch schon auf Digitalks gebloggt. Hier sind die direkten Links zu Teil 1 - Was ist Twitter überhaupt? und Teil 2 - Wie lege ich einen Twitter-Account an? auf Youtube. Am Ende dieses Beitrags habe ich die beiden Videos auch noch eingebettet.
Das "Aaaargh!" im Titel meint jetzt gar nicht so den Prozess des Erstellens, der hat - wenn auch langwierig und perfektionistisch überladen - wirklich Spass gemacht. "Aaargh!" bezieht sich vielmehr auf die manischen, panischen und gruseligen Gedanken, die sich so rund um mein erstmaliges Video-Outen abspielen. Gedanken, die sich vor allem um das eine drehen: Ich geb' da was von mir her, wie wird die Welt darauf reagieren? Komm ich peinlich rüber? ist meine Stimme blöd? Sag ich Unsinn? Bin ich nicht verständlich? Langweilen sich die Twitter-Experten, die das Video sehen werden (No-Na-Ned, es ist für absolute Newbies gedacht)? Verstehen die Twitter-Newbies nur Bahnhof, weil ich selbst die nötige Distanz nicht mehr habe? You've got the point, I guess.
Das Web ist voll von "Experten" die mir erklären wollen wie ich mein Leben mit weniger rumliegendem Zeug "glücklicher und leichter" führen könnte. Ich glaub ja, dass diese Aufräumexperten in Wirklichkeit allesamt verkappte Messies sind, und zwar solche mit puritanischen Vorfahren oder zumindestens einem strengen Über-ich. Schrank-Messies sozusagen.